
Nimmt man den im Cinnamomum camphora enthaltenen Wirkstoff in großen Mengen ein, soll dieser eine psychoaktive und halluzinogene Wirkung entfalten. Der Kampferbaum kann also durchaus als psychoaktive Pflanze bezeichnet werden. In manchen Kulturen (bspw. in Nepal) wird Kampfer auch als natürliches Stimulans genutzt.
Kampfer kann auch auf synthetische Weise hergestellt werden, Ausgangsstoffe sind dabei alpha – Pinen (Terpentin).
Cinnamomum camphora hat ein sehr breites Wirkspektrum und lässt sich nicht nur in eine unserer Kategorien eingliedern. Kampfer wirkt definitiv als All Arounder, wird in den verschiedensten Kulturen aber auch als Upper genutzt.
Kampferbaum (Cinnamomum camphora) im Überblick
Familie: Lauraceae (Lorbeergewächse)
Gattung: Cinnamomum
Herkunft: Seinen Ursprung hat dieser Baum in Indien, China und Taiwan. Seine Verbreitung setzte er von dort in die tropischen Gebiete Südostasiens fort. Im mediterranen Raum lässt sich der Kampferbaum oft als Zierpflanze antreffen.
Lebensraum: Tropen
Hauptwirkstoff(e): Kampfer
Hauptwirkung: psychoaktiv, halluzinogen, stimmulierend
Droge: Blätter, Früchte, Kampfer, Kampferbaumöl
Rechtslage: Der Kampferbaum unterliegt in Deutschland keinen speziellen Bestimmungen.
Synonyme / volks. Name
- Baum-Camphera, Borneo-Kampfer, Camfora
- Cam’pherbaum, Camphero, Camphre
- Chang-shu, Cusnocy, Cutakkarpuram
- Gaburi, Kamferboom, Kampferlorbeer
- Kanfur, Kapor, Kapur, Karpurah (Sanskrit)
Cinnamomum camphora Wirkung & Effekte
In einschlägiger Literatur kann man immer wieder davon lesen, dass Kampfer in sehr hohen Dosierungen zu Halluzinationen führen kann. Wer 1,2g Kampfer konsumiert hat, wird bereits rauschähnliche Erfahrungen machen können. Diese äußern sich in Bewegungsdrang, Hautkribbeln, geistige Aufregung sowie Nervenerregung. Die Wirkung hält etwa 1 – 2 Stunden an.
Die Rauschwirkungen des Kampfer werden oftmals als „alkohol-ähnlich“ beschrieben. So setzt bei Einnahme sehr großer Kampfermengen Übelkeit und Erbrechen ein, welche den Wirkstoff aus dem Körper entfernen. Bei leichteren Dosierungen kommt es zu zentraler Erregung, Kopfschmerzen und Sinnestäuschungen. Wer Kampfer sehr häufig konsumiert, kann in eine Sucht rutschen.
trad. / volksmedizinische Anwendung
Die Kampferbaum findet bereits in sehr alter chinesischer Literatur Erwähnung. Er gehört zu den wichtigsten Gewächsen der chineschischen Materia Medica. Das enthaltene weiße Harz (Kampfer) wird in China als Heilmittel für Hämorrhoiden und Kopfschmerzen verwendet.
In Nepal wird der im Baum enthaltene Wirkstoff als natürliches Stimulans genutzt. Auch als Mittel zur Verdauungsförderung und als Wurmmittel wird es in diesen Breiten angewendet.
Im Ayurveda wird Kampfer bei Herzschwäche, Entzündungen, Krämpfen, Durchfall und als natürliches Lungenkraut gegen Husten und Asthma eingesetzt. Dieser Baum ist eine bedeutende Medizinalpflanze und wird gerne als Beruhigungsmittel für die Nerven eingesetzt, um geistige Klarheit zu erlangen.
Auch in der westlichen Schulmedizin findet das Harz seine Anwendung zur Behandlung von Husten und Erkältungen. In der Homöophatie wird Camphora bei Koliken und Krämpfen eingesetzt.
Wirkung zusammengefasst
- psychoaktiv, halluzinogen
- nervenberuhigend
- Stimulans
Wirkung (volks)medizinisch
- Aphrodisiakum
- natürliches Lungenkraut (Asthma, Husten, Erkältung)
- Verdaunngs- und Wurmmittel
Wirk- & Inhaltsstoffe Kampferbaum
In der gesamten Pflanze ist Kampferöl sowie ätherische Öle mit Sesquiterpenen (Campherenon, Campherenol, Campheraderivate) enthalten. Die Blätter des Baumes bestehen je nach Herkunft aus bis zu 25% Kampfer.
Die Zusammensetzung des ätherischen Öls ist sehr kompliziert und kann je nach Standort und Klimavorraussetzungen stark variieren. Oftmals setzt es sich aus Cadinen, Camphen, Carvacrol, Cineol, Eugenol, Laurolitsin, 8-Limonen, Orthoden, alpha-Pinen, Reticulin, Safranal und Safrol (siehe auch Sassafrasbaum (sassafras albidum) ) zusammen. Das Safrol ist ebenfalls in den Blättern des Kampferbaumes vorhanden.
Der Stamm des Baumes enthält Cyclopentenone und Sesquiterpene. Die Wurzeln können Alkaloide (Laurolitisin und Reticulin) nachweisen. In den Samen konnte vor allem Laurin ausgemacht werden. Weiterhin sind in der gesamten Pflanze Kaffeesäure, Quercetin, Kämpferol und Leukocyanidin enthalten.
- ätherische Öle
- Kaffeesäure, Quercetin, Kämpferol, Leukocyanidin
- Sesquiterpenen, Kampfer, Kampferöl
- Cineol, Safrol, Camphen
- Eugenol, Laurolitsin, 8-Limonen
Die für Psychonauten interessanten Wirkstoffe sind ausschließlich in den Nüssen zu finden.
Cinnamomum camphora Zubereitung und Konsumformen
Kampfer wird aus zerkleinerten Stücken des Kampferbaumes gewonnen. Überwiegend wird der Kampfer in Räuchermischungen beigemengt oder als Getränk konsumiert.
Zur Inhalation lässt sich auch eine Heißwasseraufguss aus Kampfer herstellen. Die dabei entstehenden Dämpfe können dann inhaliert werden. Ob sich Kampfer auch im Vaporizer eignet, ist nicht geklärt, zumindest zum Inhalieren der Dämpfe könnte man einen Verdampfer nutzen.
Zur inneren Anwendung sollte ausschließlich der rohe Kampfer genutzt werden. Auch aus diesem kann man sich eine Art Kampfer-Tee zubereiten.
Zusammenfassung
- Rauchmischungen, Tee
- Heißwasseraufguss (inhalieren)
Kampfer kaufen
Kampfer kann man in Onlineshops oder auch in Apotheken käuflich erwerben. Restriktionen beim Kauf sind uns keine bekannt.
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Dosierung & Warnhinweise
Leider lassen sich keine wirklich genauen Dosierungsangaben zu Kampfer finden. Angenehme berauschende Wirkungen sollen bis maximal 10g möglich sein. Zu schweren Vergiftungserscheinungen kommt es bei Einnahmen von > 10g Kampfer.
Ihr solltet euch vor der Einnahme genau erkundigen, wie viel Gramm als empfohlene Dosis angegeben sind. Fangt gering an und steigert euch langsam.
Anbau & Vermehrung
Der Kampferbaum vermehrt sich über Samen, Ableger, Stecklinge oder auch Wurzelstückchen. Überwiegend wird der Baum über Samen gezogen, die von sehr alten Mutterbäumen stammen, da die Samen von Jungbäumen in den meisten Fällen unfruchtbar sind. Nur frische Samen sind keimfähig. Die Keimdauer wird mit zirka 90 Tagen angegeben.
Ideale Wachstumsbedingungen sind tropische Verhältnisse und eine Höhenlage von 1200 bis 1800 Meter. Die Niederschlagsmenge sollte 114 bis 368 cm pro Jahr betragen.
Aussehen & Erscheinungsbild Kampferbaum
Der Kampferbaum ist immergrün und kann eine Wuchshöhe von bis zu 50 Metern erreichen. Er zeichnet sich durch eine sehr ausladende Krone aus. Der knorrige Stamm kann bis zu 5 Meter dick werden. Die Blätter sind länglich und lederartig. Sie glänzen auf der Oberseite grün und sind auf der Unterseite matt blaugrün.
Die Blüten des Baum sind recht klein und erstrahlen zur Blütezeit grünlich-weiß. Die Kampferbaumfrüchte sind Beeren, die von einer Art Becher umgeben werden.
Am sichersten zu erkennen, ist dieser Baum anhand des Kampfergeruchs beim Zerreiben der Blätter.
Quellen & Links
- C.Rätsch; Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen
- Xi-wen Li, Jie Li & Henk van der Werff; Cinnamomum in der Flora of China
Habt ihr Kampfer bereits genutzt? Dann schreibt uns in die Kommentare, was ihr für Effekte erlebt habt.
Ich habe mir Kampfer aus Indien mitgebracht. Er ist in weisse Platten gepresst, milchiger Ton und weich, lässt sich gut zerbröseln. Ich gebe täglich ein Stück in eine Schale, es verdunstet dann, der Duft ist angenehm und tut mir gut.